Zitronen-Kraftwerk
Ich dokumentiere meine Reisen gerne mit Fotos, die ich danach meinen Söhnen (11 und 13) zeige. Diesmal waren es riesige Gewächshäuser eines Freundes – wenig interessant für Jungs. Mit Hilfe von Rätseln schaffe ich es dennoch immer wieder, sie für technische und naturwissenschaftliche Phänomene zu interessieren. Dabei geht es mir vor allem darum, die Themen anschaulich und praxisbezogen zu vermitteln. Beispielsweise wissen sie mittlerweile, wie man ohne Uhr die Zeit oder anhand des Riesen Mintaka die Himmelsrichtungen bestimmen kann (wenn du wissen willst, was es damit auf sich hat, dann frage mich einfach in einem Kommentar zu diesem Artikel).
Bei den besagten Fotos lautete das Rätsel: „Woraus kann man Saft gewinnen – einerseits zum Trinken und andererseits zum Betreiben einer kleinen Quarzuhr?“ (auf Doppeldeutiges und Wortspiele sind sie bereits eingeschworen). Also studierten sie aufmerksam die Fotos und achteten auf jedes Detail.
Um die Sache spannend zu halten, gab ich ihnen den Hinweis, dass es um nichts Mechanisches, sondern um etwas Chemisches, genauer gesagt: Elektrochemisches, geht, wozu man auch Saures verwenden kann. Jetzt war alles klar! Sie hatten Zitronenbäumchen gesehen, die Antwort lautete also … Zitrone! Sie gibt Saft zum Trinken und (umgangssprachlich) als Strom. Nur, wie man letzteren aus der Zitrone herausholt, war ihnen unklar …
Zitronen-Batterie
Der praktische Teil war an der Reihe, um ihnen zu zeigen, dass und wie viel Strom und Spannung in einer Zitrone steckt. Wir trugen gemeinsam folgende Teile zusammen:
- 3 verzinkte Schrauben (oder Nägel oder Zinkblech)
- Leitungsdraht (oder 3 Kupfernägel oder Kupferblech)
- 5 Krokodilkabelklemmen
- 1 Voltmeter (aus dem Bau- oder Elektronik-Fachmarkt)
- 2 Zitronen
Zuerst halbierten wir die Zitronen. In drei der Hälften steckten wir jeweils eine verzinkte Schraube und ca. 6 cm Kupferleitungsdraht. Dann verbanden wir alles seriell miteinander (siehe Foto) und schlossen unsere Zitronenbatterie an das Voltmeter an. Es zeigte bis zu 2,8 Volt an.
Jetzt kam die Zungenprobe zur Kontrolle – was man selber spürt, bleibt besser im Gedächtnis. Dazu klemmten wir die Kabel vom Voltmeter ab und hielten sie an die Zungenspitze. Ein leicht elektrisierendes Kribbeln bestätigte uns und unseren Naturgenerator. Mit einer etwas erweiterten und ausgetüftelteren Anordnung lassen sich damit sogar Fernbedienungen, Nachtwecker, MP3-Player oder Minitaschenlampe betreiben.
Schließlich überlegten meine Jungs, welches Prinzip hinter der Zitronenbatterie steckt. Klar war, dass man Saures und zwei verschiedene Metalle dazu braucht. Also erklärte ich es ihnen. Und wenn dich das auch interessiert, dann schreibe mir deine Frage als Kommentar zu diesem Artikel.
Übrigens: wem aufgefallen ist, dass die vierte Zitronenhälfte nicht zum Einsatz kam – die haben wir uns schmecken lassen!
PS: Schreib‘ mir doch als Kommentar, was du so alles bastelst!

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früchte geben saft
hallo schrka, es können jede art von früchten oder gemüse mit säuren genommen werden. also zB. äpfel, orangen, mandarinen eignen sich gut. aber auch kartoffeln und rote rüben eignen sich gut dafür. das prinzip der zitronenuhr ist die galvanische zelle. diese besteht aus elektrolyt und zwei metallischen elektroden, dabei ist von entscheidender bedeutung dass die beiden metalle unterschiedlich sind. das elektrolyt kann eine saure oder salzige lösung sein - bei der zitronenbatterie der saft der früchte/gemüse - und sorgt für eine elektrochemische korrision der metalle. gutes gelingen und viel saft wünscht waldläufer
Mit welchen anderen
Mit welchen anderen Früchtchen kann dieser Versuch noch durchgeführt werden?