Imago
Wenn wir etwas verändern wollen, meinen wir oft nur einen neuen Anstrich für das Bestehende. Kosmetik also. Veränderung ist schließlich toll - so lange alles beim Alten bleibt. Nur: bringt uns das weiter? Wie echte Veränderungen in der Natur ablaufen, zeigt die Transformation der Raupe zum Schmetterling. Nichts, was wir nicht auch könnten …
In der Verpuppungsphase der Raupe bilden sich nach und nach die neuen Zellen des Schmetterlings – imaginale Zellen genannt. Diese schwingen in einer anderen Frequenz und unterscheiden sich auch sonst so stark von den Zellen der Raupe, dass deren Immunsystem sie als feindlich betrachtet und vertilgt. Doch die Bildung der imaginalen Zellen ist unaufhaltsam und schon bald können die bewahrenden Kräfte der Raupe sie nicht mehr schnell genug zerstören – mehr und mehr Schmetterlings-Zellen überleben …
Und dann geschieht etwas Erstaunliches: die winzig kleinen, vereinzelten Zellknospen schließen sich in befreundeten kleinen Zellgruppen zusammen. Alle in derselben Frequenz schwingend und Informationen austauschend, finden die einzelnen Gruppen mit der Zeit zueinander und beginnen, eine lange Kette von Schmetterlingszellen zu bilden.
An einem bestimmten Punkt der Entwicklung wird sich die Imago-Kette plötzlich gewahr, dass sie etwas Neues darstellt – etwas, das sich von der Raupe gänzlich unterscheidet. Etwas Wunderbares! Und in dieser Bewusstwerdung ist der Geburtsschrei des Schmetterlings enthalten.
Jede imaginale Zelle ist jetzt wichtig. Für jede gibt es etwas zu tun. Jede Schmetterlingszelle übernimmt die Aufgabe, zu der sie am meisten hingezogen wird. Und jede andere ermutigt sie, gerade das zu tun. Welch‘ großartige Methode, eine (Schmetterlings-) Bewegung zu organisieren!
(diese Beschreibung beruht auf dem Kinderbuch „butterfly“ von Norie Huddle)
Analogien in der Gesellschaft – und zu dir und deinem Glück
Wenn du in deinem Leben oder darüber hinaus etwas wirklich verändern willst, also etwas vor hast, was die bestehende, vertraute Ordnung auflösen würde, wirst du wahrscheinlich mit Widerstand rechnen müssen. Du bist dann gewissermaßen eine imaginäre Zelle (innerhalb der Gesellschaft oder deines persönlichen Umfeldes), die die Bewahrer des Raupenzustandes auf den Plan ruft. Wie großartig, wertvoll und glückbringend dein Vorhaben auch sein mag, du gefährdest damit das „doch-ganz-gute-Leben“, das wir ohnehin zu führen meinen...
Wenn du dich jetzt nicht von den beharrenden Kräften des Status Quo abbringen lassen willst, ist es wichtig, dir Verbündete zu suchen. Gleichgesinnte, Unterstützer, Mitstreiter, die sich von deiner „imaginalen“ Idee anstecken lassen. Denn eines ist ganz sicher: du bist nicht der Einzige, der aus eingefahrenen Konventionen und gesellschaftlichen Normen ausbrechen will. Es gibt viele wie dich, und das Web 2.0 mit seinen unzähligen sozialen Netzwerken kann dir dabei helfen, andere „Schmetterlingszellen“ aufzuspüren und dich mit ihnen zu verbinden.
Synergien schaffen und nutzen, kooperieren, zusammenwirken, sich gegenseitig unterstützen und ermutigen – das ist die Devise. Die amerikanische Anthropologin und Ethnologin Margaret Mead sagte 1969: „Zweifeln Sie nie daran, dass eine kleine Gruppe nachdenklicher und engagierter Bürger die Welt verändern kann. In der Tat: Das ist das einzige, was sie je verändert hat.“.
Stilles Glück ist ein Portal, das sich der Schmetterlings-Dynamik anschließt. Normalerweise ist es ja so, dass wir es (bewusst oder unbewusst) vermeiden, zu glücklich zu sein. Inmitten des allgemeinen Jammerns, Klagens und Beschwerens würde es ja auffallen, wenn du ständig gute Laune hättest. Nur: ist das sinnvoll? Sich nur deshalb aufzuregen und zu beklagen, um in großer Gesellschaft zu sein?
Drehen wir das Carl Sandburg-Zitat „Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin.“ doch mal um:
Stell dir vor, du entscheidest dich für das Glück - und alle machen mit!
Probieren wir es doch aus. Schreibe einfach deine glücklichen Momente und Erlebnisse in das Gute Nachrichten-Blog – und schauen wir, was passiert …

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