Die Entstehung des Sonnenscheins
Stell dir vor, du hast sechs Jahre mittelmäßig stark eine vor den Latz geknallt bekommen. Das heißt, du bist in deinem Wirken irgendwie abgebremst worden. Und dann kriegst du weitere eineinhalb Jahre komplett eines vor den Bug geballert, wirst voll ausgebremst und dann platt gemacht.
Platt gemacht heißt: keine Hoffnung, keine Visionen, keine Freuden, kein Glück. Leer, in einem Wort.
Ja, eine Lebensgeschichte. Ein Abschnitt, um genauer zu sein. Du bist auch nicht mehr der Jüngste, doch irgendwo ist noch ein Funken Saft in dir. Nur wo, ist die Frage.
In diesem Zustand der totalen inneren wie äußeren Verwüstung, wo du irgendwie mechanisch herum stapfst, ruft dich plötzlich ein alter Freund mit: „Du, du bist doch der, der Berge erstiegen und Quellen erschlossen hat! Kannst und willst du das noch?“ Du sagst: „Ja.“ Ein Sonnenstrahl irgendwie.
Ein Sonnenstrahl in dieser Einöde. Du nimmst den Auftrag an und siehe da, der Sonnenstrahl wandert mit dir durch die Landschaft mit. Doch das Unaussprechliche, Grässliche dieser Landschaft bleibt.
Begegnung mit einem Fremden
Dann begegnest du unerwartet einem Fremden, der dich anblickt, nichts sagt. Nur eines fühlst du. Er spricht mit deinem Lebensbuch in dir, welches unter Müll begraben ist. Lebensmüll. Gedankenmüll. Müll halt.
Wie von unsichtbaren Kräften gestärkt beginnt dein Lebensbuch aus dir heraus ganz sanft zu strahlen. Du weißt auch nicht wie. Auf jeden Fall: es strahlt. Und du, du stellst nur fest: Aha, es strahlt! In mir. Wow!
Du wanderst weiter durch deine Landschaft. Der äußere, mitwandernde Sonnenstrahl und dein inneres, immer stärker werdendes Licht aus deinem Lebensbuch beginnen sich eigentümlich ineinander zu verweben und zu wirken. Denn überall wo du hingehst, schrubbt sich der ganze Dreck als auch die verklebten Krusten wie von Geisterhand durch das Licht weg. Das ist als ob du mit einem weißen Marker über ein schwarzes Blatt Papier fährst.
Du merkst all das und sagst: „Ist ja toll!“, krempelst die Ärmel hoch und willst zupacken. Sprich, dich für neue Aufgaben und Arbeiten bewerben. Doch siehe da – es geht nicht! Allen möglichen Scheiß kannst du dir erstaunt anhören. Deine weißen strahlenden Linien ziehend, denkst du dir: ‚Ihr könnt mich alle mal. Hier strahlt und putzt der Sonnenschein. Ich bin´s. Ich sehe und spüre es. Es ist real!‘
Ein Schachbrett und viele Rucksäcke
Du ziehst weiter und nimmst wahr, dass sich dein Umfeld ähnlich einem Schachbrett gewandelt hat. Weiße strahlende Felder voller Leichtigkeit und Freude kombiniert mit dunklen schwarzen Feldern voller Schwere und Leid.
Wie ein König bewegst du dich in alle erdenklichen Richtungen. Taktierst, denkst nach, erfühlst, weichst aus, reagierst und beginnst plötzlich, Menschen in diesen dunklen Feldern wahrzunehmen. Alle tragen Rucksäcke in allen erdenklichen Größen und Formen. Und….noch interessanter, diese Menschen stehen gebeugt mit verschlossener Mine da. Trist irgendwie.
Neugierig fragst du einen von diesen Menschen, was denn so alles in seinem Rucksack ist und bekommst die Antwort: „Unerledigtes.“ Das heißt: „Ich weiß nicht, wen ich da fragen soll.“, „Es gehört gemacht.“, „Es ist mir unangenehm, jemanden zu bitten.“, „Ich finde einfach keine Zeit dazu.“, „Es nervt mich und das Nerven wird mit jedem Tag mehr. Auf jeden Fall belastet es mich.“
Innerlich wie äußerlich strahlend stehst du vor diesem Menschen und denkst: ‚Das ist doch nur 10 Minuten, eine Stunde, einen Tag, eine Woche Zupacken! Geht doch leicht von der Hand! Schwups erledigt!‘
Freundlich wie du bist, fragst du diesen Menschen, ob er den Inhalt des Rucksacks, das Unerledigte, einfach erledigt wissen möchte. Deinem Gegenüber huscht ein leichtes Strahlen über sein graues gebeugtes Gesicht und er sagt: „Ja!“
Der Mensch stellt seinen Rucksack in seinem schwarzen Feld ab. Und dann passiert das Unwahrscheinliche – alles zugleich.
Du packst das Unerledigte an. Es beginnt zu strahlen und löst sich auf. Der gebeugte Mensch richtet sich von seinem Gewicht befreit auf. Das schwarze Feld wandelt sich sehr zügig vom Schwarz in ein strahlendes helles Weiß.
Warum?
Weil dein Gegenüber vor lauter Erleichterung sein Strahlen zurückgewonnen hat.
Ja, jetzt weißt du, wie mein Sonnenschein als Dienstleistung entstanden ist.
Wenn du jedoch glaubst, dass ich der Sonnenschein bin, muss ich dich darauf aufmerksam machen: - du bist es, der den Rucksack zu Boden gestellt hat, - du hast mich zupacken lassen, - du bist es, der sich aufgerichtet hat.
Und der Sonnenschein? Tja, der strahlt jetzt in dir und in mir. Einfach so. Genial! Und…..wo etwas aus dem tiefsten Inneren strahlt, ist Glü…

Zur Dienstleistung des Sonnenscheins:
Diejenigen, die mich finden sollen, finden mich. Es gibt keine Folder. Es gibt keinen Telefonbucheintrag. Eine Handynummer gibt es, eine Emailadresse, diesen Artikel und einen A5 Flyer ganz schlicht.
Der Sonnenschein hat auch keine Webseite und das ganze Schalliballi. Der Sonnenschein ist einfach da. Darin liegt seine Kraft. Natürlich halt.
Martin
0664 / 130 29 63
1.laecheln@aon.at

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