Das Glück kaputter Fahrräder
Ein kleiner Junge, keines einzigen Wortes Englisch mächtig, kam mit seiner Familie als Immigrant in die USA. Sein Vater musste zwei Jahre lang sparen, um ihm sein allererstes Fahrrad kaufen zu können. Und dann, als er das erste Mal damit ausfuhr, kam es zu einem Unfall mit einem Auto.
Das Fahrrad wurde schwer beschädigt, der Junge ziemlich verletzt. Die Lenkerin des Wagens war Ärztin in einem Krankenhaus. Sie legte dem Jungen nahe, mit niemandem über den Unfall zu reden. Dafür würde sie sich in ihrem Krankenhaus um ihn kümmern und ihm auch ein neues Fahrrad kaufen. Die Eltern, die ebenfalls kein Englisch sprachen, stimmten diesem „Deal“ wort- und verständnislos zu.
Nach zehn Tagen Krankenhaus-Aufenthalt war der Junge wieder einigermaßen genesen und konnte entlassen werden. Als er gehen wollte, forderte man ihn auf, die Kosten für den Aufenthalt zu zahlen. Entgeistert verwies er auf das Versprechen der Ärztin, dass seine Behandlung nichts kosten werde. Bloß: die nette Dame wollte sich an nichts mehr erinnern. Und so bekam er auch kein neues Fahrrad. Stattdessen mussten seine Eltern ein weiteres Jahr sparen, um das alte reparieren zu lassen.
Schreiendes Unrecht und seine möglichen Folgen
Während viele in dieser Situation ihr erlittenes Unrecht ein Leben lang beklagen würden, kam unser Junge zu ganz anderen Schlussfolgerungen: „Wenn du ein Land und seine Gesetze nicht kennst, seine Sprache nicht sprichst, dann wirst du noch viele Probleme bekommen.“. Er übernahm mutig die Verantwortung für das Geschehene und entschied, später einmal Anwalt zu werden.
Ein entscheidender Unterschied. Der „Pechvogel“, der Erfolglose, der am Leben Scheiternde fühlt sich als ohnmächtiges Opfer der Umstände, er hadert mit seinem Schicksal, das sich scheinbar gegen ihn verschworen hat und macht alle anderen für sein Unglück verantwortlich.
Das heißt nicht, dass einem „Glückspilz“, jemandem, der sein Leben erfolgreich meistert, automatisch und ausschließlich Gutes widerfährt. Auch ihm können Verletzungen und Missgeschicke begegnen, allerdings geht er völlig anders damit um. Er sagt sich: „Okay, shit happens. Was kann ich daraus lernen?“. Probleme kann es geben, aber nur, um sie zu lösen.
Der Junge aus unserer Geschichte konnte die Kränkung, die ihm angetan wurde, von seiner Person trennen. Er entwickelte menschliche Größe, in dem er selbstbestimmt und eigenverantwortlich dachte und handelte. Er zog aus seiner erlittenen Unbill den Schluss, dass die meisten Einwanderer offenbar ihre Rechte nicht kannten. Und wurde später in der Regierung unter Präsident Harry Truman der Verantwortliche für die Rechte von Minderheiten und Immigranten …
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Diese Geschichte zeigt, daß
Diese Geschichte zeigt, daß es mehrere Wege zum Ziel gibt. Auch wenn es manchmal bedeutet umdrehen zu müssen, kann das Ziel immer erreicht werden